Grußwort zur Saison 2026/2027
Ein wahres Mutterland der Musik war Italien vom späten 16. bis weit ins 18. Jahrhundert; neue künstlerische Ideen aus dem Süden beeinflussten die Kultur in Mittel- und Nordeuropa damals besonders nachhaltig. In seiner neuen Spielzeit folgt das Forum Alte Musik Köln verschiedenen Wegen, auf denen Kompositionen in Notendrucken oder Manuskriptkopien von Venedig und Rom über Österreich und Deutschland bis nach London gelangten.
Es sind dieselben Wege, auf denen sich – in beiden Richtungen – die Menschen bewegten, die diese Musik interpretierten. Eine wichtige Station auf dieser Route der Ideen war die Residenzstadt Dresden. Die Blockflötistin Dorothee Oberlinger und ihr Ensemble 1700 zeigen das im heutigen Konzert mit virtuosen Werken, die dort der kursächsische Konzertmeister Johann Georg Pisendel sammelte.
Den Kontakten zwischen Georg Friedrich Händel und Dresden wird die Batzdorfer Hofkapelle im Mai mit ihren Solistinnen Xenia Löffler (Oboe) und Marie Henriette Reinhold (Mezzosopran) auf der Spur sein. Die Nord-Süd-Verbindungen im 17. Jahrhundert spielen beim Auftritt der Sopranistin Katerˇina Blízˇkovská im November ebenso eine Rolle wie in den Konzerten der A-cappella-Ensembles Voces Suaves vor Weihnachten und Stile Antico genau ein halbes Jahr darauf, zum Ende der Saison. In der reizvollen Flötenquintett-Besetzung der Klassik bewegen sich Martin Sandhoff und das G.A.P. Ensemble im Februar zwischen Wien und London.
Die beiden Solo-Programme der neuen Saison erkunden hingegen auf unterschiedlichem Weg das Phänomen der variierten Wiederholung: Léon Berben im nächsten Monat in Tastensonaten zwischen Barock und Klassik, Midori Seiler im April mit zwei barocken Klassikern für ihr Instrument, Johann Sebastian Bachs Partiten h-Moll und E-Dur für Violine solo.
Willkommen zum Forum Alte Musik Köln heißen Sie in den kommenden Monaten neben dem WDR-Funkhaus auch das Museum für Angewandte Kunst, die Trinitatiskirche und die Basilika St. Ursula, und für das Konzert im Juni öffnet die Basilika St. Severin in der Südstadt ihre Tore. Wie gewohnt können Sie alle Konzerte auch im Kulturradio WDR 3 erleben.
Unser Dank gilt an dieser Stelle wieder Ihnen, liebes Publikum, für Ihr stetiges Interesse an unseren Programmen – aber nicht weniger unseren Partnern und Förderern, ohne deren großzügige Unterstützung diese Programme gar nicht möglich wären.
| Susanne Rump WDR 3 |
Maria Spering musik + konzept e.V. |